Der Strom ist weg, und mit ihm die Kühlung. Der Timer oben zählt ab dem Moment des Ausfalls mit und zeigt dir für Kühlschrank und Gefrierschrank, wann du prüfen solltest, was noch essbar ist. Darunter steht, woher jede Zahl kommt.
Eine einzige bundesweite Stundenangabe von einer deutschen Behörde haben wir nicht gefunden. Die Quellen liegen nah beieinander, doch jedes Gerät verhält sich anders, je nachdem wie voll es ist und wie warm der Raum. Der Timer rechnet deshalb mit den vorsichtigeren Werten.
Kühlschrank: etwa 4 Stunden
Bei geschlossener Tür bleibt ein Kühlschrank nicht lange kalt. Das Haut-Commissariat in Luxemburg schreibt in seiner deutschsprachigen Broschüre, dass Lebensmittel bei einem Ausfall von weniger als 4 Stunden genießbar bleiben. Die US-Behörde USDA nennt ebenfalls bis zu 4 Stunden. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rechnet je nach Füllstand und Isolierung mit deutlich weniger als einem halben Tag. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick in Berlin liegt in einer ähnlichen Größenordnung.
Wichtiger als die Uhr ist die Temperatur. Über 4 °C vermehren sich Bakterien schneller, warnt die Verbraucherzentrale, und als sicheren Bereich nennt sie alles unter 7 °C. Ein kleines Kühlschrankthermometer lohnt sich, falls die Anzeige am Gerät ohne Strom dunkel bleibt.
Besonders heikel sind Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eierspeisen und fertig zubereitete Salate. Iss sie zuerst. Ist die Zeit abgelaufen, wirf sie im Zweifel weg.
Gefrierschrank: 48 Stunden, wenn er voll ist
Ein gut gefüllter Gefrierschrank hält deutlich länger durch. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schreibt, dass er die Temperatur bei geschlossener Tür oft bis zu 48 Stunden hält. Für Kühltruhen nennt das Bezirksamt Treptow-Köpenick im Regelfall ebenfalls 48 Stunden, die USDA nennt 48 Stunden bei vollem und 24 Stunden bei halb vollem Gerät.
Das bayerische Landwirtschaftsministerium schreibt, dass die Temperatur bei geschlossener Tür innerhalb der ersten 24 Stunden kaum ansteigt. Luxemburg gibt für die gefüllte Gefriertruhe 24 bis 36 Stunden an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bleibt bewusst ungenau: Reichlich Gefriergut und eine Tür, die in den ersten Stunden zubleibt, halten die Kälte über viele Stunden.
Der Timer nimmt deshalb 48 Stunden für ein volles und 24 Stunden für ein halb volles Gerät. Wenn du nicht sicher bist, wie voll deines ist, gilt die kürzere Zeit.
Was du nach dem Stromausfall prüfst
Schau zuerst aufs Thermometer, dann auf die Lebensmittel.
- Gefrierware, die noch hart gefroren ist, bleibt laut BfR gesundheitlich unbedenklich, selbst wenn die Temperatur von -18 °C auf -12 °C gestiegen ist.
- Angetaute Ware (außen weich, innen noch fest) verliert an Qualität. Verbrauche sie zeitnah und erhitze rohes Fleisch nach dem Auftauen vollständig.
- Aufgetautes Speiseeis gehört in den Müll.
- Kannst du nicht mehr nachvollziehen, wie lange und wie warm etwas stand, entsorge es vorsorglich. Eine Lebensmittelvergiftung ist kein guter Tausch gegen ein paar Euro.
Bei Frost vor der Tür darfst du verderbliche Ware kurz auf Balkon oder Terrasse stellen, gut verpackt und vor Tieren geschützt. Das BfR rät aber davon ab, sie dort länger zu lagern, weil schwankende Temperaturen den Keimen helfen.
Wenn der Ausfall länger dauert
Dann isst du in dieser Reihenfolge: zuerst das, was im Kühlschrank liegt, danach das Gefrierfach, am Ende die Vorräte aus dem Schrank. Wie so ein Vorrat für mehrere Tage aussieht, rechnet dir unser Notvorrat-Rechner aus. Was in den ersten Minuten und Stunden sonst zu tun ist, steht im Ratgeber zum Stromausfall.
Grenzen dieses Timers
Der Timer rechnet nur mit Stunden und kennt dein Gerät nicht. Ein altes Gerät mit schlechter Dichtung hält kürzer. Gehörst du selbst oder jemand in deinem Haushalt zu einer Risikogruppe, etwa Kinder, Schwangere, ältere Menschen oder Menschen mit schwachem Immunsystem, dann wirf im Zweifel lieber mehr weg als zu wenig.
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