Ohne Essen kommst du lange aus, ohne Wasser nicht. Das BBK schreibt, ein Wasservorrat sei wichtig, wenn kein Wasser mehr aus der Leitung kommt oder das Leitungswasser verschmutzt ist. Beides passiert nicht oft, trifft dann aber den ganzen Haushalt auf einmal. Hier steht, wie viel Wasser die offiziellen Stellen pro Person empfehlen, wie du es lagerst und was du beim Abkochen beachtest.
Wann du den Vorrat brauchst
Bei einem Stromausfall ist die Lage nicht überall gleich. Luxemburg weist darauf hin, dass für die Wasserversorgung Strom gebraucht wird, um Trinkwasser zu produzieren und in die Wasserspeicher und -türme zu pumpen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schreibt, dass bei längeren Stromausfällen Einschränkungen nicht auszuschließen sind. Ob dein Hahn weiterläuft, weißt du erst, wenn es so weit ist. Ein Vorrat nimmt dir diese Unsicherheit ab, zumindest für die ersten Tage.
Wie viel Wasser pro Person?
Das BBK nennt als Idealwert 2 Liter pro Person und Tag. Davon sind 0,5 Liter fürs Kochen gedacht. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen kommt auf dieselbe Menge und teilt sie so auf: 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter Nutzwasser, zum Beispiel zum Kochen und Waschen.
Für 3 Personen rechnet das BBK so vor: 18 Liter reichen für 3 Tage, 30 Liter für 5 Tage, 60 Liter für 10 Tage. Als Ziel nennen BBK und Verbraucherzentrale 10 Tage, ein Vorrat für 3 Tage ist ein guter Anfang.
An heißen Tagen oder bei körperlicher Anstrengung steigt der Bedarf, schreibt die Verbraucherzentrale. Haustiere kommen obendrauf. Für ältere Menschen und Kinder nennt die BLE abweichende Trinkmengen, die du auf der Seite zum Notvorrat-Rechner findest. Dort kannst du auch ausrechnen lassen, wie viel Wasser für deinen Haushalt zusammenkommt.
Leitungswasser oder Flaschenwasser?
Beides geht. Leitungswasser besitzt in Deutschland laut Verbraucherzentrale eine hohe Qualität und eignet sich grundsätzlich als Trinkwasser. Du kannst es selbst abfüllen oder fertig abgefülltes Wasser aus dem Supermarkt kaufen. Selbst abgefülltes Leitungswasser kann laut BfR einige Zeit gelagert werden, wenn du sauber abfüllst und es verschlossen und gekühlt aufbewahrst. Wie lange „einige Zeit“ ist, sagt das BfR nicht. Tausche es deshalb regelmäßig gegen frisches aus.
Bei Flaschen lohnt sich ein Blick aufs Material. Glasflaschen sind für lange Lagerung besonders geeignet. PET-Flaschen eignen sich eher für kurze bis mittlere Zeiträume. Die Hersteller geben bei Glas meist zwei Jahre Mindesthaltbarkeit an, bei PET ein Jahr. Das Datum ist keine Verfallsgrenze: Mineralwasser in einer original verschlossenen Flasche ist laut BLE im Prinzip nahezu unbegrenzt haltbar.
Wo und wie lagern?
Der Ort entscheidet über die Qualität. Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen kühlen, trockenen Ort, den die Sonne nicht erreicht, und möglichst ungeöffnete Flaschen. Die BLE ergänzt, dass Sonne und Wärme die Qualität beeinträchtigen. Besonders PET-Flaschen vertragen weder pralle Sonne noch ein heißes Auto.
Praktisch heißt das: Keller oder Vorratsschrank, nicht neben dem Heizkörper. Stelle die Kisten dort ab, wo du sie ohne Umräumen erreichst, und notiere das Datum auf dem Deckel. Alle paar Monate nimmst du die ältesten Flaschen für den Alltag und kaufst neue nach. So bleibt der Vorrat frisch, ohne dass du ihn je wegwerfen musst.
Wenn du eine Flasche öffnest, gilt etwas anderes. Angebrochene Flaschen gehören verschlossen in den Kühlschrank, schreibt das BfR.
Abkochen und Aufbereiten
Eine einheitliche amtliche Abkochzeit für Privathaushalte in Deutschland haben wir nicht gefunden. Wenn dein Wasserversorger oder das Gesundheitsamt ein Abkochgebot ausspricht, gelten deren Angaben. Luxemburg nennt in seiner deutschsprachigen Broschüre eine Minute: Im Zweifel soll das Wasser eine Minute lang abgekocht werden, das sei die beste Methode, um Bakterien und Parasiten abzutöten.
Für Babynahrung gilt eine strengere Regel. Das BfR sagt, auch Babywasser aus der Flasche sollte unbedingt vor der Zubereitung abgekocht werden. Die Verbraucherzentrale rät, das Wasser danach auf etwa 30 bis 40 Grad Celsius abkühlen zu lassen und keinen Wasserfilter zu benutzen, weil Filter mit Keimen belastet sein können.
Für Brauchwasser, also Wasser zum Spülen oder Waschen, empfiehlt das BBK Entkeimungsmittel aus dem Camping- oder Outdoorhandel. Trinken solltest du so behandeltes Wasser nicht, ohne dich vorher beraten zu lassen. Weitere Verfahren für Trinkwasser im Notfall fanden wir in den deutschen Quellen nicht. Ordnet dein Versorger oder das Gesundheitsamt etwas an, folgst du dem.
Wenn das Wasser knapp wird
Spare, wo es geht. Das BBK empfiehlt bei längerer Knappheit Einweggeschirr, damit nichts gespült werden muss. Feucht- und Desinfektionstücher übernehmen die Handreinigung, und für die Toilette nennt das BBK eine Campingtoilette mit Ersatzflüssigkeit.
Österreich und Schweiz im Vergleich
Die Zahlen unterscheiden sich spürbar. Österreich nennt als Referenzwert 2,5 Liter Wasser pro Tag und Person. Manche Fachleute raten dort laut Innenministerium zu 35 Litern pro Person. Das passt zu einem Vorrat für 14 Tage.
Die Schweiz setzt tiefer an. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung empfiehlt laut Kanton Zürich einen Notvorrat von 9 Litern pro Person, ein Sixpack mit 1,5-Liter-Flaschen. Das ist nur ein Mindestvorrat für 3 Tage und deckt die persönliche Hygiene nicht ab. Wer in Deutschland wohnt, richtet sich nach den 2 Litern pro Tag des BBK.
Wo Waystone dazukommt
Waystone, der Offline-Assistent, den wir bauen, soll Fragen wie diese später ohne Internet beantworten und die Quellseite dazu anzeigen. Er ist in Entwicklung und noch nicht erhältlich. Jede Zahl auf dieser Seite kannst du an der Quelle prüfen, und das ist auch unser Maßstab für Waystone.
Wie lange der Strom ausfallen kann und was dann zu tun ist, steht im Ratgeber zum Stromausfall.