Österreichische Stellen raten zu einem Vorrat für mindestens 10 bis 14 Tage. Dazu gehören Wasser und Essen für alle im Haushalt, ein Radio, das ohne Steckdose läuft, Bargeld in kleinen Scheinen und ein Auto, das nicht fast leer getankt ist. So steht es beim Innenministerium auf oesterreich.gv.at und in der Blackout-Checkliste des Österreichischen Zivilschutzverbands. Der ORF sagt von sich, dass seine Radioprogramme auch bei einem kompletten Stromausfall im Land mindestens 72 Stunden weiterlaufen.

Diese Seite geht die Empfehlungen der Reihe nach durch: wie viel Vorrat, was in den ersten Stunden zu tun ist, wie du ohne Strom und Netz an Meldungen kommst und wo Österreich vom deutschen BBK abweicht. Alle Zahlen haben wir am 25. Oktober 2026 an den Originalseiten gelesen. Bei akuter Gefahr zählt zuerst der Notruf: Feuerwehr 122, Polizei 133, Rettung 144, europaweit 112. Alles andere hier ist Hintergrundwissen. Was deine Gemeinde oder die Einsatzkräfte anordnen, geht vor.

Was ein Blackout ist und wie lange er dauern kann

Ein Blackout ist kein gewöhnlicher Stromausfall. Das Innenministerium spricht davon, wenn die Stromversorgung in weiten Teilen des Landes ausfällt, also überregional. Der Normalfall sieht anders aus: Laut Zivilschutzverband fällt der Strom in österreichischen Haushalten im Schnitt nur 50 Minuten pro Jahr aus. Bei einem Blackout kann es dagegen mehrere Tage bis Wochen dauern, bis die Versorgung wieder vollständig hergestellt ist.

Das Bundesheer hat dazu einen Ratgeber, der heute im Archiv der Ministeriumsseite liegt und nach der Adresse zu schließen von 2021 stammt. Bis in Österreich überall wieder Strom da ist, vergeht dort wahrscheinlich zumindest ein Tag, für ganz Europa wird mit etwa einer Woche gerechnet. Danach dauert es nochmals mehrere Tage, bis Telefon und Internet wieder laufen. Das ist eine Einschätzung und kein Fahrplan. Das Innenministerium warnt zusätzlich, dass du im Blackout vielleicht weder Lebensmittel und Getränke kaufen noch öffentliche Verkehrsmittel benützen noch an der Tankstelle tanken kannst.

Wie viele Tage Vorrat Österreich verlangt

Das Innenministerium schreibt, jeder sollte einen Wasser- und Lebensmittelvorrat für alle Familienmitglieder und für mindestens 10 bis 14 Tage anlegen. Der Zivilschutzverband empfiehlt dasselbe: bei allen Planungen von mindestens 10 bis 14 Tagen auszugehen. Das Ministerium beschreibt es als vierzehntägigen Campingurlaub in den eigenen vier Wänden. Das deutsche BBK liegt mit seinen 10 Tagen am unteren Ende dieser Spanne.

Beim Wasser nennt das Ministerium als Referenzwert 2,5 Liter pro Tag und Person. Manche Fachleute raten laut Ministerium sogar zu 35 Litern pro Person, was zu 14 Tagen mit je 2,5 Litern passt. Das BBK rechnet mit 2 Litern. Der ältere Bundesheer-Ratgeber nennt ebenfalls 2 Liter pro Person und Tag, aber nur für 3 bis 5 Tage, dazu Getränke wie Tee und Kaffee. Bei Wasser lohnt sich im Zweifel der höhere Wert. Wie viel davon aus dem Hahn kommt, hängt vom Ort ab. Die Stadt Wien schreibt, dass 95 Prozent der Wiener Haushalte auch bei einem Stromausfall mit Trinkwasser versorgt sind, innerhalb des Gürtels bis zum 6. Stock und außerhalb bis zum 5. Stock. Alle anderen stellen dieselbe Frage an ihre Gemeinde: Funktioniert die örtliche Wasserversorgung im Blackout?

Beim Essen nennt das Ministerium keine Mengen, sondern Bedingungen. Der Vorrat soll überwiegend stromlos funktionieren, und die Tiefkühltruhe taugt nicht als Hauptlager, weil verderbliche Lebensmittel nach einigen Stunden nicht mehr gekühlt werden. Du kannst Vorräte regelmäßig verbrauchen und nachkaufen oder einen eigenen Katastrophenschutzvorrat mit Spezialprodukten anlegen, die zum Beispiel 10 Jahre halten. Der gehört kühl, trocken und vor Schädlingen geschützt gelagert und im Idealfall einmal im Jahr kontrolliert.

Konkrete Mengen liefert die Stadt Wien in einer Vorrats-Checkliste für 14 Tage und eine Person. Sie geht von einem Menüplan aus, der ein kaltes Frühstück, ein warmes Mittagessen und ein kaltes Abendessen vorsieht, damit der Kochvorrat reicht. Auszug:

  • 14 Flaschen zu je 1,5 Litern Wasser
  • 14 Konserven oder Gläser Gemüse (ungefähr 400 bis 650 Gramm) und 6 Dosen Hülsenfrüchte zu je 400 Gramm
  • 4 Packungen haltbares Brot zu ungefähr 450 Gramm
  • 1 Packung Nudeln zu 1 Kilogramm
  • 6 Packungen Haltbarmilch oder Getreidedrink zu je 1 Liter
  • 5 Dosen Fisch zu je 100 Gramm Abtropfgewicht

Die Liste enthält noch Obst und Öl sowie Fertiggerichte mit Fleisch. Wer sich lieber nach der deutschen Tabelle richtet, findet sie im Notvorrat-Rechner. Zur Lagerung steht mehr im Ratgeber zum Wasservorrat.

Die ersten Stunden: Was der Zivilschutzverband vorschlägt

Woran du einen Blackout erkennst, sagt die Checkliste des Zivilschutzverbands. Erstens ist in der Umgebung und bei den Nachbarn kein Strom. Zweitens fallen Handy und Festnetz aus. Drittens meldet das Radio einen Blackout. Das Bundesheer nennt zwei einfache Prüfungen vorweg: den FI-Schalter im Sicherungskasten und das Licht bei den Nachbarn samt Straßenbeleuchtung.

Die Schritte des Verbands für den Moment selbst:

  1. Ruhe bewahren und prüfen, ob nur ein lokaler Ausfall vorliegt oder eine größere Störung.
  2. Keine Notrufnummer anrufen, außer es handelt sich um einen lebenswichtigen Notfall. Das Bundesheer schreibt sogar, dass Notrufe nicht mehr abgesetzt werden können.
  3. Das Radio einschalten und auf Meldungen warten.
  4. Die Familie informieren, persönlich oder wenn möglich per SMS.
  5. Geräte abschalten oder ausstecken, die beim Ausfall liefen, und eine Lampe eingeschaltet lassen, um das Ende der Situation zu erkennen.

Danach geht es um den Haushalt. Der Verband rät, Wasservorrat und Medikamente zu prüfen und Taschenlampen sowie eine Notkochstelle bereitzuhalten. Dazu kommt Hausarbeit: Stolperfallen wegräumen, verderbliche Lebensmittel verbrauchen, Abfälle in Säcken sammeln. Zu Hause bleibst du, außer du wirst gebraucht. Schau im Haus nach, ob jemand im Aufzug festsitzt. Und frag dich, wer in deiner Umgebung Hilfe braucht, etwa pflegebedürftige oder kranke Nachbarn.

Wie du ohne Strom erfährst, was los ist

Die Antwort der Behörden ist das Radio. Das Innenministerium schreibt, dass die Bevölkerung im Blackout durch den ORF-Notfallradiosender rund um die Uhr informiert wird. Dazu kommt der persönliche Kontakt zu Einsatzkräften im Außendienst und, wo es geht, Lautsprecherdurchsagen. Alle Polizeiinspektionen bleiben bundesweit besetzt, als Anlaufstellen für die Bevölkerung. Als stromunabhängiges Gerät nennt das Ministerium Kurbel- oder Batterieradios mit Ersatzbatterien, auch das Autoradio.

Welcher Sender gemeint ist, sagt das Ministerium nicht. Andere Stellen sind genauer. Der ORF nennt Ö3, weil Ö3 die einzige rund um die Uhr besetzte Radioredaktion Österreichs ist und im Notfall in die Regionalprogramme der Landesstudios einsteigen kann. Auf der AT-Alert-Seite des Innenministeriums heißt es, Behördenwarnungen nach einer Sirenenauslösung gebe der ORF bekannt, zum Beispiel über Ö3 und die Landesstudios. Die Stadt Wien schreibt, im Blackout sei der Radiosender Ö3 die einzige Informationsquelle, in Wien auf UKW 99.9. Ö1 erwähnt keine dieser Seiten. Die Frequenz hängt vom Standort ab, stell dein Radio also einmal ein und schreib sie auf einen Zettel. Ö3 rät selbst zu einem batteriebetriebenen UKW-Radio, am besten mit Dynamokurbel.

Wie lange das hält, formuliert der ORF vorsichtiger als das Ministerium. Er hat nach eigenen Angaben dafür gesorgt, dass seine Radioprogramme bei einem kompletten Stromausfall mindestens 72 Stunden weiterlaufen. Die wichtigsten Sendestationen haben dafür Notstromaggregate. Was danach gilt, steht auf keiner der Seiten, die wir gelesen haben. Auch das spricht für einen Vorrat, der deutlich länger reicht als die 72 Stunden des ORF.

Ein Hinweis für heute: Der ORF baut 2026 kleine Sendeanlagen in Randlagen ab. Die Netzabdeckung bleibt laut ORF bei 99 Prozent des Bundesgebiets, aber in einzelnen eng begrenzten Gebieten kann der Empfang über UKW schlechter werden. Probiere dein Radio deshalb jetzt an dem Platz aus, an dem du es im Ernstfall brauchen würdest.

Wo Österreich vom deutschen BBK abweicht

ThemaBBK (Deutschland)Österreich
Vorratmöglichst 10 Tage, 3 Tage helfen schon sehrmindestens 10 bis 14 Tage
Wasseridealerweise 2 Liter pro Person und TagReferenzwert 2,5 Liter pro Person und Tag
Bargeldohne Summe genanntbis zu 100 Euro pro Haushaltsmitglied
RadioRadiosender senden weiterORF-Notfallradiosender, Ö3 rund um die Uhr, mindestens 72 Stunden notstromversorgt
Sirene Warnung1 Minute Heulton3 Minuten Dauerton
Sirene Alarmim Ratgeber nicht genannt1 Minute Heulton
Sirene Entwarnung1 Minute Dauerton1 Minute Dauerton
HandywarnungCell Broadcast, ab Android 11 oder iOS 16.1AT-Alert, ab Android 11 oder iOS 17.4
NotrufPolizei 110, Feuerwehr und Rettung 112Feuerwehr 122, Polizei 133, Rettung 144, europaweit 112

Die Sirenen verwirren am ehesten. Wer aus Deutschland kommt, kennt den Heulton als Warnung. In Österreich bedeutet er Alarm, und die Warnung ist ein Dauerton von 3 Minuten. Bei beiden gilt dasselbe: Radio oder Fernseher einschalten und die Durchsagen des ORF beachten. Der Dauerton von 1 Minute heißt in beiden Ländern Entwarnung.

AT-Alert braucht keine App und keine Registrierung, nur ein Handy mit aktuellem Betriebssystem. Das Innenministerium nennt es eine Ergänzung zu den Sirenen, die sie nicht ersetzt. Es kommt über das Mobilfunknetz. Fällt das aus, wie es der Zivilschutzverband für den Blackout beschreibt, erreicht dich auch keine Handywarnung mehr. Das BBK hält für Deutschland ausdrücklich fest, dass Radiosender dann noch funktionieren.

Was Gemeinde und Familie vorher klären sollten

Das Innenministerium legt Fragen nahe, die du vor dem Ernstfall stellst. Wird das Gemeindeamt oder das Feuerwehrhaus die Anlaufstelle sein? Funktionieren Wasserversorgung und Abwasserentsorgung? Fahren die Busse weiter? Gibt es Empfehlungen zum Hausmüll? Frag das direkt bei deiner Gemeinde nach.

In der Familie klärst du, wo ihr euch trefft, wenn die Telefone nicht gehen, und wer wen abholt. Dazu gehört, wer sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmert. Auch Nachbarn und Freunde gehören in diese Absprachen. Wer kann helfen, wer braucht Hilfe?

Die Liste des Innenministeriums in Kurzform

Das Innenministerium ordnet seine Empfehlungen nach diesen Punkten. Ergänze sie um das, was dein Haushalt persönlich braucht.

  • Absprachen mit Familie und Nachbarn, Informationen deiner Gemeinde
  • Wasser- und Lebensmittelvorrat für mindestens 10 bis 14 Tage, dazu Spezialnahrung (Diabetes, Baby) und Tierfutter
  • Ersatzbeleuchtung: Taschenlampe mit Ersatzbatterien oder Kurbellaterne, Kerzen nur mit Vorsicht, weil offenes Feuer leicht Brände auslöst
  • Ersatzkochstelle, etwa Campingkocher oder Fonduekocher, nach Herstellerhinweis und mit Kohlenmonoxid im Blick
  • Kurbel- oder Batterieradio mit Ersatzbatterien
  • Erste-Hilfe-Ausstattung und ein Vorrat an persönlich verschriebenen Medikamenten (das Bundesheer nennt 2 Wochen)
  • Bargeld in niedrigen Stückelungen, ungefähr ein doppelter Wocheneinkauf bzw. bis zu 100 Euro pro Haushaltsmitglied, so die Nationalbank
  • Hygieneartikel und Müllbeutel, weil die Müllabfuhr kurzfristig ausfallen kann
  • Warme Kleidung und Decken, bei Heizgeräten dieselbe Vorsicht wie beim Kochen
  • Ein Auto, das nicht fast leer getankt ist, das Bundesheer schreibt mindestens halb voll

Ein Notstromaggregat nennt das Ministerium eine aufwendige Vorsorge, die nicht für jeden Haushalt geeignet ist. Den Anschluss ans Hausnetz muss ein Fachbetrieb herstellen. Wer eines kauft, braucht auch einen Vorrat an Treibstoff.

Wo Waystone dazukommt

Wir bauen mit Waystone einen Offline-Assistenten, der solche Listen ohne Internet zeigen und die Quellseite dazu öffnen soll. Er ist in Entwicklung, es wird nichts verkauft, und er antwortet zunächst auf Englisch. Das Radio ersetzt er nicht: Meldungen zur Lage kommen im Blackout weiter über den ORF.